Archiv für März, 2014

Das Thema der verpflichtenden Gehaltsangaben – gesetzlich festgelegt seit März 2011 löst bei mir eher Unbehagen als Freude aus.

Auch wenn es gut gemeint und wohl hilfreich im Sinne der Gleichstellung sein mag, einen echten Anhaltspunkt für das zu erwartende Gehalt beim neuen Job ist es – zumindest für ältere Arbeitnehmer – nicht.
Die Angaben der Firmen stellen in den meisten Fällen nur das zu erwartende Kollektivvertragliche Mindestgehalt dar. Wieviele ältere Arbeitnehmer, und vielleicht auch noch in höheren Positionen, haben zuletzt einen KV Gehalt bezogen?

Die Auswirkungen dieser Regelung treffen aber vor allem ältere Arbeitnehmer im Bewerbungsprozess.

Früher bewarb man sich auf einen Job auf Grund der Jobbeschreibung, des Aufgabengebietes. Das Gehalt wurde durch die Qualifikation bestimmt, und ich hätte mich nie getraut auf eine Stelle zu bewerben die das doppelte meines derzeitigen Gehalts bietet. Heute unterschätzt man eine Aufgabe viel leichter, das Gehalt ist ja eh so niederig. Noch dazu wird in Stellenbeschreibungen mit Titeln wie „Manager“, „Leader“ usw. inflationär umgegangen, einfach um den Job attraktiver zu machen als er eigentlich ist.

Persönlich lasse ich daher – auch wenn es vielleicht ein Fehler ist – viele Stellenanzeigen aus, die einem Vertriebsleiter der 50% Reisetätigkeit übernehmen soll und hauptverantwortlich für Kunden ist, gerade mal so ca. € 2.200,- monatlich brutto anbieten eher aus. Auch wenn der Satz „eine Überzahlung nach Qualifikation ist möglich“ enthalten ist.
Denn eine weitere Auswirkung zu diesem Thema ist, dass es zu vielen Jobs, die deutlich unterpreist ausgeschrieben werden auch viel mehr Bewerber gibt. Ein Bekannter Personalberater sprach von schon mal 150-200 Bewerbungen auf die meisten Jobs.

Vielleicht ist es ja nur eine Vermutung, aber könnte es dabei auch schon mal passieren, dass ältere Bewerber außen vor gelassen werden weil sie nicht ins Gehaltsschema passen und es sowieso genügend Bewerber gibt?? Quantität der Bewerbungen geht heute wohl über Qualität.

Als ich mich 2007, nach 9 anstrengenden Jahren als Vertriebsleiter in der Telekommunikationsbranche einer beruflichen Veränderung unterzog war die Welt der Arbeitssuchenden für mich noch so ziemlich in Ordnung.
Kurz nachdem ich mich auf die Suche nach einem neuen Job machte gab es auch schon die ersten Bewerbungsgespräche bei Personalberatern.
Der Wunsch etwas Eigenes aufzubauen war jedoch größer als der Wunsch nach einem neuen Job in dem die alten Muster wieder und wieder auftreten würden.

So entschloss ich mich selbstständig zu machen.

Seitdem hat sich bei der Jobsuche so einiges geändert, Wirtschafts- bzw. Finanzkrise hin oder her.
Nach dem Neueinstieg in die Welt der Arbeitssuchenden habe ich so viele Erfahrungen gemacht, vor allem leider hauptsächlich negative über die ich hier in diesem Blog berichten möchte.

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