Archiv für Dezember, 2014

In den USA und in England ist eine Bewerbung ohne Altersangabe bereits Standard, in Deutschland wird experimentiert, in Österreich ist diese praktisch nicht vorhanden.
Der anonyme Lebenslauf verzichtet auf Altersangaben, ja sogar der Name wird verschwiegen.
Foto? Fehlanzeige!

Diese Art der Bewerbung soll Bewerber vor allem vor Diskriminierung hinsichtlich des Alters, Geschlecht oder Aussehens schützen und Personaler zwingen eine rein sachliche Entscheidung auf Grund der Erfahrung des Bewerbers zu treffen. Offiziell darf es keine Diskriminierung aufgrund des Alters geben, ebenso wenig wie  aufgrund des Geschlechts, Herkunft oder Religion. Die Wirklichkeit bei Personalentscheidungen richtet sich jedoch nicht danach. Name oder Lebensalter reichen um aus dem Bewerberpool aussortiert zu werden.

In Deutschland wurden in ausgewählten Unternehmen, wie auch in bayrischen Kommunen nur mehr anonymisierten Bewerbungen entgegen genommen. Wie immer in solchen Fällen gibt es viele konträre Meinungen und Erfahrungen.

Kommunen gaben dabei an Verpflichtungen hinsichtlich einer Einstellung von Behinderten oder einer vorgegebenen Frauenquote auch Grund der Anonymisierung nicht nachkommen zu können.
Ein weiterer Grund waren technische Hürden und der damit entstehende Aufwand. So gaben bei Onlinebewerbungen potentielle Mitarbeiter in freien Textfeldern Hinweise auf Herkunft und Geschlecht. Zusätzlich informieren sich Personaler vorab in sozialem Medien. Und wer auf Facebook sein Geburtsdatum erfasst hat und Fotos postet, und zusätzlich die Einstellungen für die Privatsphäre vernachlässigt, gibt sein Alter ebenso preis wie auf Xing, LinkedIn und anderen Seiten. Eine reine Auswahl auf Grund von Erfahrung war und ist daher nur selten möglich.

Des Weiteren obliegt die Entscheidung einer Einstellung oder zumindest eines weiteren Gesprächs letztendlich immer noch dem Personaler. Und spätestens hier geht nach einer anonymen Bewerbung die Türe zu wenn die Erwartungen des Personalers nicht mit dem Bewerber übereinstimmen. Fehlende Angaben zu Alter und Geschlecht vermehren damit den Aufwand, für Personaler und für Bewerber. Beispiele wie im Artikel von www.altersdiskriminierung.de  sprechen ebenso gegen eine Bewerbung ohne Altersangabe.

Und sind wir doch ehrlich: Jede Firma oder Abteilung hat letztendlich genaue Vorgaben hinsichtlich des Alters und Geschlechts der gewünschten potentiell zukünftigen BewerberInnen. Auch wenn es nicht ausgesprochen werden darf – da sonst gleich die Diskriminierungsfalle lauert -Entscheidungen werden genau so getroffen.

Persönlich habe ich mit einer Bewerbung ohne Altersangabe noch keine Erfahrungen gemacht, Feedback über dieses Thema können Sie gerne am Ende des Artikels in den Kommentaren an mich senden.

Eine Erfahrung habe ich jedoch gemacht:
Es ist viel schwieriger bei Personalberaterfirmen einen Vorstellungstermin zu bekommen, wie bei einer Firma die Bewerbungen direkt entgegen nimmt.
Für mich haben Personalberatungsfirmen bis dato nichts gebracht, obwohl ich bei fast allen in Österreich ansässigen Firmen in der Datenbank sein müsste. Die viel gepriesene Datenbanksuche scheint mich jedenfalls immer auszuschließen. Ob es an nicht anonymen Angaben wie mein Alter (gerade 50 geworden) liegt oder an anderen Punkten kann ich (noch) nicht beantworten.

Anonymisierte Bewerbungen sind letztlich aber auch eine reine Gewohnheitssache. Bewerber hierzulande geben in Ihren Lebensläufen jedenfalls viel mehr Informationen preis als in anderen Ländern, wie Angaben zu Hobbys oder den Eltern. Zumindest sollte man die geteilten Informationen nochmals überdenken um nicht von seinen Qualifikationen abzulenken.

Im Mittelpunkt jeder Bewerbung sollte – Nein MUSS – die Qualifikation und nicht das Hobby oder Alter stehen.

Seit einiger Zeit tun sich gerade Menschen 50plus sehr schwer einen Job zu finden. Der Trend ist seit einigen Jahren immer stärker steigend, die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit steigt immer mehr.

Aber gerade Arbeitslose 50plus die das Gefühl haben – „mich stellt sowieso keiner mehr in meinem Alter ein“ –  könnten falsch liegen.
Wenn Sie über 50 sind und gerade ihren Jobs verloren haben, oder eine Veränderung aus dem ewigen Hamsterrad planen, machen Sie sich bewusst dass ihre Karriere noch lange nicht vorbei ist. Die Bestrebungen der Bundesregierung das faktische Pensionsalter zu erhöhen und der Blick auf das Pensionskonto machen rasch bewusst, dass mit 50 noch lange nicht Schluss ist bzw. sein kann.

Wie finden Sie jedoch 2015 einen Job in der angespannten Arbeitsmarktlage?

1. Versuchen Sie es … NICHT HÄRTER!
Ja, sie haben richtig gelesen, Versuchen Sie es NICHT.

Vielleicht kennen Sie das Gefühl morgens als Erstes und als Letztes den Blick in die Zeitungen, Jobplattformen und Jobforen zu machen.
Der ganze Tag ist damit ausgefüllt den neuesten Jobanzeigen hinterher zu laufen. Am PC, am Tablet und am Smartphone haben Sie alle möglichen Links und Jobapps installiert. Nur keine Jobmöglichkeit verpassen!

Nach Bob Sullivan, Author von The Plateau Effect: Getting From Stuck to Success ist dies jedoch gerade der falsche Weg. „Wenn Sie sich selbst in der Situation wiederfinden mehr und mehr Aufwand in etwas zu setzen was weniger und weniger Erfolg bringt, dann ist dies nicht unbedingt ein Zeichen es weiter zu versuchen“
Oder wie sagte schon Einstein: Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten

Natürlich bedeutet dies nicht komplett mit der Suche aufzuhören, aber vielleicht sollten sie sich anderen Dingen zuwenden und Jobanzeigen nur mehr 1-2x die Woche lesen.

2. Überarbeiten Sie Ihre Bewerbung und Ihren Lebenslauf

Der erste Kontakt zur Firma oder zum Personalberater passiert in den allermeisten Fällen über die schriftliche Bewerbung. Wenn Sie laufend Bewerbungen aussenden und kein Feedback, oder nur Absagen erhalten kann dies an ein paar Punkten liegen:

– Sie haben mit Ihrer Bewerbung nicht überzeugt
– Sie haben sich auf einen Job beworben ohne entsprechende Branchenerfahrung

Eines müssen wir uns bewusst sein:
Firmen erhalten auf Grund der vielen Arbeitssuchenden und vieler Wechselwilliger eine Unzahl an Bewerbungen. War es früher so, dass sich vielleicht Zwanzig bis Dreißig Bewerber gemeldet haben, müssen Firmen heute oftmals die zehnfache Menge an Bewerbungen bewältigen.
Wenn Sie hier mit Ihren Unterlagen nicht herausstechen haben Sie bereits verloren.

Wir bieten Ihnen hier professionelles Service mit Unterstützung von befreundeten Personalberatern – Lebenslaufcheck

Sollten Sie kein Feedback auf Ihre Bewerbung erhalten: Rufen Sie an!!
In jeder Position ist Aktivität mehr denn je gefragt. Und wer stellt schon zum Beispiel einen Vertriebsmitarbeiter ein der Angst hat zum Telefon zu greifen?
Ein guter Freund von mir sagte letztens: „Als du mich vor Jahren bei der Firma eingestellt hast, habe ich nachgerufen und nachgefragt. Ich bin mir nicht sicher ob ich den Job bekommen hätte, hätte ich dies nicht getan“  Es ging um einen Job als Teamleiter im Vertrieb, und Ja, vielleicht war dies gerade der ausschlaggebende Punkt warum ich ihn gewählt habe.

3. Aktualisieren Sie Ihre Spuren im Internet

Aktualisieren Sie Ihre Profile in den Sozialen Medien (Facebook, Xing, LinkedIn, …)
Googeln Sie ihren Namen und entfernen Sie Spuren die Sie selbst von anderen nicht gerne sehen würden. Firmen und Personalberater versuchen Sich als Erstes ein Bild über die Kandidaten über die zugänglichen Informationen über das Internet zu machen. Und jeder Personalberater nutzt alle möglichen Socialmedia Seiten.


4. Netzwerken Sie mehr

Netzwerken Sie mehr, bitten Sie Freunde und Bekannte Ihnen bei der Jobsuche behilflich zu sein.

Der wohl wichtigste Punkt um einen Job zu finden ist ein gutes Netzwerk. Vergraben Sie sich nicht zu Hause mit der Hoffnung dass Sie gefunden werden. Dies wird nicht passieren. Sie müssen hinaus, müssen sichtbar sein.

Registrieren Sie sich zum Beispiel auf Xing falls Sie nicht schon Mitglied sind. Tragen Sie sich in Gruppen ein die in Ihrem Gebiet, oder Ihrer Branche tätig sind und stellen Sie sich vor. Viele dieser Gruppen bieten auch regelmäßige Treffen der Mitglieder, einen idealeren und leichteren Zugang zu Kontakten in einer Vielzahl von Branchen können Sie nicht finden.

5. Schreiben Sie Teilzeit- oder Projektjobs NICHT ab

Die Generation X ist noch immer geprägt von der fixen Vorstellung eine Festanstellung finden zu müssen.

Gerade heute wo Langzeitanstellungen nur sehr schwer zu finden sind bieten Teilzeit- oder Projektarbeiten Ihnen eine Möglichkeit einen Fuß in die Türe bei Firmen zu bekommen. Sie können sich beweisen, Ihre Erfahrungen in Unternehmen einbringen und bei Erfolg besteht die Chance nach der Projektzeit fix übernommen zu werden.
Firmen sind prinzipiell zugänglich für diese Art der Probezeit. Ist das Projekt erfolgreich kann die Firma Sie übernehmen, falls nicht lässt man die Probezeit einfach auslaufen. Dies reduziert das Risiko für Firmen und gibt Ihnen die Chance auf eine langfristige Aufgabe.

Die Generation X muss sich auch an moderne Anstellungsarten anpassen. Junge Arbeitnehmer lernen bereits heute durch die Vielzahl an Praktik in Ihrer gewählten Branche Fuß zu fassen, warum soll dies also nicht auch für ältere Arbeitnehmer gelten. Auch wenn diese Jobs nicht immer hochbezahlt sind, sie sind ein Weg zurück in die Arbeitswelt.

6. Betrachten Sie alternative Wege um Geld zu verdienen

Im Internet gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten um Geld zu verdienen.

So können Sie sich bei Umfragefirmen registrieren und Ihre Meinung teilen. Auch wenn es nicht unbedingt sehr viel Geld bringt, eine 1/2 oder ganze Stunde am Tag um ein paar Euros zu verdienen hat jeder.

Auch werden immer wieder Mitarbeiter für Mystery Shopping gesucht. Hier müssen Sie nicht unbedingt selbst einkaufen, es gibt genügend Aufträge wo es um reine Informationsbeschaffung bei Servicedienstleistern geht. Wenn Sie ein gutes Gedächtnis haben, gerne mit Menschen sprechen, sich an Vorgaben halten können, und eventuell noch gerne shoppen oder Essen gehen probieren Sie es aus. Sie selbst können wählen wie viele Aufträge Sie annehmen wollen. Informieren Sie sich jedoch vor der Registrierung, denn wie in jeder Branche gibt es auch hier „schwarze Schafe“ bei den Anbietern.

7. Eröffnen Sie einen Blog.
Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Menschen und geben Sie diese weiter. Wie schon weiter oben erwähnt durchsuchen Personalberater das Internet nach Informationen über Ihre Person. Mit einem Blog können Sie Ihre Kompetenzen in Ihrem Spezialgebiet darstellen. Schreiben Sie über die letzten Trends in Ihrer Branche und potentielle Arbeitgeber werden sagen: „Wow, diese Person weiß wovon sie spricht“

Und es gibt einen weiteren Bonus zu dieser Vorgangsweise:
Vielleicht stolpern Sie über eine komplett andere Aufgabe – und vielleicht sogar ein lukrativere und eine die Sie persönlich mehr erfüllt.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein beruflich erfolgreiches Jahr 2015!

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