Archiv für Januar, 2015

Wir alle ärgern uns über Standardabsagen von Firmen oder Personalberatern, aber was steckt eigentlich dahinter?

„Obwohl Sie über interessante Qualifikationen verfügen, müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass Sie nicht in die engere Wahl gezogen werden konnten.“

Was sagt uns dieses Feedback auf unsere Bewerbung? Leider NICHTS!

In Zuge der Recherche bin ich auf Seiten wie absage-bewerbung.de gestoßen wo jeder mit ein paar Klicks eine Standardabsage erstellt werden kann.

Personalberater und Firmen erhalten unzählige Bewerbungen. Sie haben nicht die Zeit jedem Bewerber einen Grund zu nennen.
Bei 100 Bewerbung würde dies bedeuten, dass der Personalberater bereits mehr als die Hälfte seiner Wochenarbeitszeit nur in Absagen investieren und sich mit jeder Bewerbung im Detail auseinander setzen müsste. Und oft gibt es mehr als 100 Bewerber für eine Position.

In Deutschland verstößt eine Wertung in einem Absageschreiben zusätzlich noch gegen das AGG und in Österreich wäre gegen eine ungerechtfertigte Wertung ebenfalls klagbar. Unternehmen sind damit gut beraten Standardabsagen zu versenden.
Leider ist auch ein Nachrufen des Bewerbers nur selten hilfreich. Welcher Personaler hat schon alle Bewerbungen im Kopf?


Auf jeden Fall nachrufen würde ich in Fällen wo bereits ein Bewerbungsgespräch stattgefunden hat. Denn hier haben Sie einerseits einen direkten Ansprechpartner und hatten bereits direkten Kontakt. Der Personaler müsste hier also Auskunft über die Absagegründe geben können.

Wenn Sie auf die meisten Ihrer Bewerbungen allerdings nur Absagen ohne einen Vorstellungstermin bekommen sollten Sie rasch Ihre Bewerbungen analysieren:

Habe ich mich auf die richtige Stelle beworben?
Passen meine Erfahrungen und meine Ausbildung zur ausgeschriebenen Position?
Sind meine Unterlagen selbsterklärend, mein Foto professionell?
Kann Ihr potenzieller Arbeitgeber erkennen, warum Sie ein geeigneter Bewerber sind?
Passen Schriften und Formatierungen?
Schon kleine Fehler können dazu führen dass Ihre Bewerbung aussortiert wird
War mein Motivationsschreiben auf die Stelle entsprechend angepasst?
Personaler hassen wohl auch nichts mehr wie Standardmotivationsschreiben
Überdenken Sie Ihre Formulierungen

Nehmen Sie also Standardabsagen nie persönlich, sie sind der fehlenden Zeit und der vielen Bewerber geschuldet.

Nachfolgend mal ein paar der mir zugesendeten Standardabsagen:

„Obwohl Sie über interessante Qualifikationen verfügen, müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass Sie nicht in die engere Wahl gezogen werden konnten.“

Einen faden Beigeschmack hinterlässt es trotzdem, denn hier stimmte die Branche (Telco), die Position (Vertriebsleiter) und die damit verbundene Erfahrung.

„… herzlichen Dank für Ihr Interesse an der ausgeschriebenen Position „Zentrale/r Vertriebsleiter/in“ und die Zusendungen Ihrer Bewerbungsunterlagen, die uns einen sehr guten Eindruck von Ihren Qualifikationen vermittelt haben. Wir hatten vor kurzem ein weiteres Abstimmungsgespräch mit unserem Kunden in dem die Besonderheiten dieser Position, insbesondere Branchenkenntnisse, näher erläutert wurden. Bedingt durch die speziellen Vorgaben unseres Kunden müssen wir das Suchprofil stärker als im Inserat beschrieben eingrenzen. Dies führt dazu, dass wir nur mit einem sehr engen Kreis an Kandidaten persönliche Gespräche führen können.“

Personalberater die derartige Absagen versenden gewinnen nicht gerade an Vertrauen der Bewerber.
Konnte oder wollte hier die Personalberaterfirma nicht im Vorhinein klare Gespräche über das gewünschte Kandidatenprofil führen?

„Nach Abgleich Ihrer Unterlagen mit den Anforderungen unseres Kunden muss ich Ihnen trotz Ihrer guten Qualifikation und Erfahrung diesmal leider absagen.“

Ähnliches Wording, hier schien der Auftraggeber keine Gründe angegeben zu haben

„Nach sorgfältiger Analyse aller verfügbaren Informationen bedauern wir, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir diesmal nicht in weiterführende Gespräche gehen können. Grund hierfür ist, dass wir im Sinne unseres Klienten die Priorität auf Interessenten legen müssen, deren Qualifikation und Erfahrung dem definierten Anforderungsprofil noch genauer entsprechen.“

Ok, hier passte wohl die Erfahrung im angegebenen Segment nicht.

„Sie verfügen über interessante Qualifikationen, die aber im Falle der ausgeschriebenen Position nicht in allen Punkten mit den Vorstellungen des Auftraggebers übereinstimmen. Daher müssen wir Ihnen leider für diese Position absagen.“

Auch hier wäre eine detailliertere Begründung wünschenswert

„Wir haben Ihre Unterlagen genau gelesen. Leider hat es diesmal für Sie nicht geklappt, da andere BewerberInnen dem gesuchten Anforderungsprofil noch besser entsprechen.“

Es freut mich, dass meine Bewerbungsunterlagen genau gelesen wurden. Hier passt fast alles, bis auf die gewünschte Universitäre Ausbildung. Stellenanzeigen die universitäre Ausbildung vom Bewerber wünschen betrachte ich generell mit Misstrauen. In der Generation X ist die Verbreitung eines Studiums nicht so hoch wie in der heutigen Zeit. Wünschen sich Firmen die ein Bewerberprofil mit Studium voraussetzen deshalb einen jüngeren Bewerber?

„Auch wenn Sie uns mit Ihrer Qualifikation und Ihrem bisherigen Werdegang beeindruckt haben, können wir Sie im weiteren Bewerbungsprozess leider nicht berücksichtigen. Sehen Sie diese Entscheidung bitte nur im Zusammenhang mit dieser Stellenausschreibung, nicht als eine Bewertung Ihrer Qualifikation oder Persönlichkeit.“

Beeindruckend, aber doch nicht interessant genug.

Bei allen Rückmeldungen wurde zugesagt meinen Lebenslauf in der Datenbank zu speichern.
Aber nur eine Personalberatungsfirma findet es wert interessante Stellen die mit dem Profil zumindest grob abgeglichen sind direkt per Mail zu versenden.

Welche Rückmeldungen auf Bewerbungen haben Sie bekommen? Posten Sie diese hier oder auf unserer Facebookseite

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